Paprika
Dieses krautige Nachtschattengewächs ist eine hohle Beerenfrucht und keine „Schote“, wie das an „Paprika“ angehängte Wort im Allgemeingebrauch gerne benützt wird. Eine Schote wäre eine Hülse in zwei Hälften, die dazwischen die Samenkerne umhüllt, wie man bei den Hülsenfrüchten sehen kann. Der Paprika gehört zum Fruchtgemüse wie Tomate* und Aubergine*.
Diese Beerenfrucht wird vor allem in den südlichen und sonnenreichen Ländern kultiviert, sie wächst aber auch im nördlichen Europa, hier allerdings unter Glas bzw. in Folienzelten.
Wir haben sie Christoph Kolumbus zu verdanken, der sie von seinen Reisen aus Südamerika mitgebracht hat. Er nahm an, dass der damals noch scharfe Paprika dem indischen Pfeffer gleich sei. Daraus geht auch hervor, dass im Spanischen die Namen für Paprika und Pfeffer fast gleich sind: „pimienta“ ist der Pfeffer, „pimiento“ der Paprika. Für weitere Verwirrung sorgen die Bezeichnungen „Peperoni“, „Bell Pepper“, „Piment“, „Piman“, das aztekische Wort „Chili“, uam..
Aus archäologischen Funden in Südamerika weiß man, dass der Paprika schon vor etwa 9.000 Jahren in größeren Mengen als Gemüse verzehrt und auch zum Brauen von berauschenden Getränken verwendet wurde.
Nach Europa kam die Pflanze zunächst, wie auch die Tomate oder die Kartoffel, als Zierpflanze in die Gärten von Adeligen und Klöstern, wo sie reichlich bestaunt wurde. Es dauerte dann noch bis in den Anfang des 17. Jahrhunderts, bis man sie zu essen wagte und dann Anbauversuche machte. Die besten Ergebnisse hatte man in Ungarn mit den langen, heißen Sommern und auch mit genügend Regen. Dort wurde der Paprika dann „das Ungarische“! Es dauerte jedoch noch geraume Zeit, bis der Paprika auch überall bekannt und begehrt war: während des Krieges kamen diese Früchte aus dem besetzten Ungarn nach Deutschland und später dann mit den Gastarbeitern aus den südlichen Ländern.
Als diese Beerenfrucht dereinst zu uns kam, bekam sie auf Grund ihrer besonderen Schärfe zunächst den Namen „Beißbeere“ und dann bald, weil sie ja über Spanien nach Europa kam und man sie als Pfeffer verwendete, „Spanischer Pfeffer“. Man lernte aber schnell, dass es auch weniger scharfe und ganz milde Sorten gab und dass man daraus wundervolle Gerichte machen konnte.




